Hallo an alle Hundefreunde. Heute möchten wir euch wieder einige nützliche Tipps zum Kommandotraining geben. Diesmal geht es um das Kommando „Platz“.

Sicher habt ihr in der letzten Zeit fleißig das Kommando „Sitz“ trainiert. In der zwischenzeit sollte euer Liebling auch in Ausnahmesituationen auf euer Kommando hören.

Wir möchten euch zunächst anhand eines Beobachtungsbeispiels aus unserem Bollirudel zeigen wie wichtig es ist Regeln einzuhalten.

Unsere Bollis tollen auf der Wiese herum. Jeder hat sein Spielzeug. Plötzlich haben Luna und Bine streit miteinander, was heißt Luna maßregelt gerade Bine. Bine hat es gewagt Lunas Spielknochen zu nehmen. Tracy die das ganze beobachtet hat, steht sehr weit unten in der Rangordnung und legt sich auf Grund des Streites sofort in die nächste Ecke um Luna zu zeigen: Ich werde mich nicht einmischen, ich lege mich mit niemanden an. Beachtet mich nicht, ich bin ganz brav.

Dieses Verhalten wünscht sich manch Hundehalter, wenn sein Hund wieder in Begriff ist Blödsinn zu machen. Daher ist das Kommando „Platz“ immer dann sehr hilfreich in Situationen die für euch unklar und unübersichtlich sind. In diesen Situationen gebt ihr eurem Hund das Kommando „Platz“. Er legt sich hin und ihr habt Zeit gewonnen. Also eine Art „Notbremse“. Ihr wollt also das euer Hund diesmal für einen längeren Moment am Boden fixiert ist, und auch sicher am Boden bleibt und nicht aus irgendeinem Impuls heraus los rennt, sondern erst wieder aufsteht, wenn ihr die Situation frei gebt.

Ein kleines Problem gibt es aber. Die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ hören sich in der deutschen Sprache sehr ähnlich an. Der Unterschied in den Ohren eures Hundes ist daher nur geringfügig. Ihr solltet es eurem Hund daher leichter machen sie zu verstehen in dem ihr die Kommandos unterschiedlich aussprecht.

Eine Variante wäre „Sitz!“ hoch und kurz auszusprechen, und „Plaaatz!“ dagegen tief und lang gezogen. Auf diese Weise hat euer Hund die Möglichkeit herauszuhören welches der beiden Kommandos ihr gerade von ihm verlangt. Sonst besteht die Gefahr, das er einfach rät, was ihr gerade von ihm verlangt.

Sollte es euch unangenehm sein die Kommandos unterschiedlich zu betonen, dann nehmt anstelle von „Platz!“ einfach ein anderes Kommando wie z. B.: „Down!“, „Runter!“ oder „Leg dich!“.

Bevor ihr mit der positiven Verstärkung dieser Übung beginnt, gilt es auch hier herauszufinden auf welche Art und Weise ihr euren Hund dazu bekommt sich hinzulegen.

Die beste Methode für den Anfang ist, aus der Sitzposition heraus zu beginnen. Ihr gebt eurem Hund also zuerst das Kommando „Sitz!“ Dann stecht ihr von oben mit dem Daumen durch das Halsband eures Hundes, und fixiert mit den restlichen Fingern den Rücken eures Lieblings, so das er nicht aufstehen kann. Mit der anderen Hand zieht ihr dann ein Leckerlie oder Spielzeug vor der Nase eures Hundes nach unten und dann nach vorne. Sinn der Sache ist es, euren Hund dazu zu bringen, der Bewegung des Leckerlies zu folgen und sich hinzulegen.

Wenn euer Hund am Boden ist bekommt er das Leckerlie. Wichtig ist: erst wenn er am Boden liegt, nicht vorher! Das wäre die Leckerlie Variante.

Bei der zweiten Variante lasst ihr euren Hund wieder „Sitz!“ machen. Genau wie bei der Leckerlie Variante stecht ihr mit dem Daumen von oben durch das Halsband und fixiert mit den verbliebenen Fingern wieder den Rücken so das er nicht aufstehen kann. Dann aber nehmt ihr mit der anderen Hand neben dem Hund stehend beide Vorderbeine gleichzeitig sanft in die Luft und legt sie nach vorne ab. Dabei hält eure andere Hand immer noch das Halsband eures Hundes fest, so das er nicht gleich aufspringen kann. Denn „Platz!“ heißt genau übersetzt: Leg dich hin und bleib liegen.

Da das aber nicht jeder Hund gleich sofort macht muss eine Hand dafür sorgen, dass der Hund zunächst liegen bleibt. Bis ihr das Kommando „Platz!“ wieder aufhebt. Das geschieht z. B. durch „Okay!“.

Ihr könnt beide Methoden auch kombinieren sollte euer Hund z. B. bei der Leckerlie Variante nicht reagieren hört ihr nicht mit der Übung auf sondern geht zur zweiten Methode über in dem ihr seine Vorderbeine in die Luft nehmt und nach vorne ablegt. Sobald er unten liegt bekommt er natürlich auch sein Leckerlie. Dann haltet ihr ihn noch eine Weile unten und löst dann die Übung mit dem Kommando „Okay!“ wieder auf. Daraufhin gebt ihr ihm ein zweites Lob, entweder durch ein Leckerlie oder ein kleines Spiel, das ihr mit eurem Hund veranstaltet.

Für euch nochmal zur Errinerung alles was für euren Hund angenehm ist wird er tun. Also macht ihm das Liegen so angenehm wie möglich. Achtet darauf das Kommando „Platz!“ nur einmal zu geben. Wenn er keine Anstalten macht das Kommando zu befolgen, verstärkt ihr die Unterstützung. Bitte beachtet wenn ihr jetzt schon in der Trainingsphase das Kommando mehrfach wiederholt werdet ihr später im Ernstfall sehr oft „Platz!“ schreien müssen. Wichtiges Grundprinzip beim Training ist: Kommandos beim Training nur einmal zu geben und so einfach wie möglich zu halten.

Das Kommando „Platz!“ solltet ihr mehrere Male trainieren. Sobald euer Hund den Ablauf des Kommandos verstanden hat, und weiß das ihm sowohl nach „Platz!“ als auch nach Aufheben des Kommandos durch „Okay!“ ein tolles Lob erwartet, könnt ihr die Übung erschweren und dabei zur negativen Verstärkung übergehen. Diese führt ihr durch wie beim Kommando „Sitz!“.

Auch nach dem negativen Training lobt ihr euren Hund nach einer Weile überschwänglich. Ihr wollt ja auch das das Kommando „Platz!“ wieder in einem positiven Zusammenhang steht.

Wichtig für euch ist zu wissen das es euren Hund nicht unbedingt leicht fällt sich auf Kommando für euch sozusagen in den Dreck zu legen. Euer Hund weiß nämlich, das er in dieser Position relativ wehrlos ist. Es fällt ihm schwer zu flüchten und er kann das Gelände sehr schlecht überschauen und bekommt somit sehr spät mit, wenn eine Gefahr auf ihn zurollt. Eure Aufgabe ist daher, dafür zu sorgen das euren Hund in dieser Position nichts passiert. Sollte sich z. B. ein anderer Hund auf ihren Hund stürzen während er im Kommando „Platz!“ verharrt, ist es eure Pflicht den anderen Hund abzufangen.

Dieses Kommando solltet ihr intensiv üben in allen nur erdenklichen Situationen für euren Vierbeiner. Denn wenn euer Hund dieses Kommando beherrscht, dann hat er einerseits die größtmögliche Freiheit, die er überhaupt haben kann, und ihr seid andererseits in allen denkbaren Situationen immer Herr der Lage und könnt euren Hund sofort unter Kontrolle bringen. Einfach „Platz!“ rufen und euer Hund legt sich sofort hin.

Also immer fleißig üben und Konsequent in euren Handlungen bleiben.

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